Erkenne Dich selbst!

Wer bin ich? Was ist der Mensch?

 

Bereits seit dem Beginn der Philosophie sind dies ihre zentralen Fragen. Die Antworten darauf unterschieden sich je nach vorherrschender Kultur und Stand der Wissenschaft.

Versucht man eine Synthese der philosophiegeschichtlichen Antworten (insbesondere von Sokrates bzw. Platon, Plotin, J.G. Fichte und R.H.Lotze) mit moderner Wissenschaft (insbesondere S.Freud, R.Assagioli, C.G.Jung, U.Matuarana und G.Hüther), so ergibt sich folgendes hier nur verkürzt dargestellte Bild des Menschen und des menschlichen Ich:

 

In jedem Menschen wirken zwei, oft zueinander wider-sprüchliche Komplexe von Emotionen, Gefühlen, Gedanken und Ich-Facetten:

a)   das sogenannte „Ego“: die aus dem Tierreich geerbten Bedürfnisse und Emotionen von Physis, Sexus, Macht und Liebe, welche von der uns umgebenden Gesellschaft, Kultur und Familie zu persönlichen Gefühlen, Bedürfnissen und Moralansprüchen kodiert werden. 

b) das „höhere Selbst“:  Intuitionen und Ideen, welche uns auf eine noch wenig erforschte  Art und Weise dazu befähigen, unser Fühlen, Denken und Handeln mit der Evolution oder Natur als Ganzes bzw. mit dem Göttlichen, Allah, Jahwe etc. abzustimmen. Andere Begriffe für dafür sind „Daimonium“ (Sokrates) oder „innere Stimme“ (C.G.Jung).

 

Im Laufe der persönlichen Entwicklung entsteht tendenziell ein wirkliches Ich-Bewusstsein als Vermittler zwischen a) und b). Dieses befähigt uns nicht nur dazu, die oft widersprüch-lichen Impulse von a) und b) zu integrieren, sondern auch dazu, wirklich relativ frei fühlende, denkende und handelnde Individuen zu werden. C.G. Jung nannte diesen Prozess Individuation. J.Böhme, R.H. Lotze und J.G.Bennet beschrieben es als die Entwicklung der Ich-Seele, die uns nicht angeboren sei, sondern erst in diesem Reifungsprozess entsteht.

 

Mehr dazu demnächst. Einiges Konkreteres zu einem modernen Begriff der Seele siehe unten im Beitrag der aktuellen „Zeitschrift für Bewusstseinswissenschaften“.

 

Was ist Liebe?

 

Diese Grundfrage wird auch von uns derzeit noch erforscht. Hier daher vorerst nur einige Zitate aus dem unseres Erachtens spannendsten und aktuellsten Forschungs-ergebnissen dazu von B.Frederickson aus ihrem Buch „Die Macht der Liebe. Ein neuer Blick auf das größte Gefühl“:

 

„Liebe ist nicht das, wofür wir sie halten. Sie ist kein dauerhaftes und exklusives Gefühl, das an die Beziehung zu einem besonderen Menschen gebunden ist. Und dennoch ist und kann sie viel mehr als Popsongs, Filme und Romane uns erzählen. Liebe besteht aus Sekundenbruchteilen emotionaler Verbundenheit, die unsere Psyche, unseren Körper und unser soziales Umfeld positiv beeinflussen. … Unser ganzes Leben profitiert von diesen kurzen Momenten der Verbindung zu anderen Menschen, die wir nicht einmal kennen müssen. Sie erweitern unsere Wahrnehmung, unser Bewusstsein und unsere Kreativität ... Diese Art von Liebe lässt sich fördern und sie hat die Macht, unsere Welt zum Guten zu verändern.“


Download
Moderner Begriff der Seele - mB.pdf
Adobe Acrobat Dokument 646.5 KB